Website-Relaunch: Wann es Zeit ist und wie du deine Google-Rankings behältst
Website-Relaunch Schritt für Schritt: Woran du erkennst, dass es Zeit ist, und wie du mit Weiterleitungen und Checkliste deine Google-Rankings behältst.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Relaunch lohnt sich, wenn die Website mobil schlecht funktioniert, langsam ist, nicht mehr zum Angebot passt oder kaum Anfragen bringt.
- Das größte Risiko beim Relaunch ist der Verlust von Google-Rankings durch geänderte Adressen ohne Weiterleitungen.
- Vor dem Umbau alle bestehenden URLs erfassen und für jede eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite planen.
- Gut rankende Inhalte nicht ersatzlos streichen, sondern übernehmen und verbessern.
- Nach dem Start Search Console, Weiterleitungen und Formulare genau beobachten.
Irgendwann ist jede Website in die Jahre gekommen. Ein Website-Relaunch bringt frisches Design, bessere Technik und neue Inhalte – kann aber auch mühsam aufgebaute Google-Rankings kosten, wenn er schlecht geplant ist. In diesem Artikel zeigen wir dir, wann ein Relaunch sinnvoll ist und wie du ihn so umsetzt, dass deine Sichtbarkeit erhalten bleibt.
Die wichtigste Regel vorab: Kein Relaunch ohne vollständige Liste der alten Adressen und Weiterleitungen auf die neuen.
Wann ist ein Relaunch sinnvoll?
Diese Anzeichen sprechen für einen Neuauftritt:
- Schlechte mobile Darstellung: Text zu klein, Buttons zu eng, seitliches Scrollen
- Lange Ladezeiten, besonders auf dem Handy
- Veraltetes Design, das nicht mehr zu deinem Betrieb passt
- Inhalte stimmen nicht mehr: neue Leistungen, anderes Team, neue Preise
- Technische Probleme: veraltete Software, Sicherheitslücken, fehlendes SSL
- Kaum Anfragen trotz Besuchern
- Du kannst nichts selbst ändern, weil das System zu kompliziert ist oder der Zugang fehlt
Wenn nur Kleinigkeiten nicht passen, reicht oft eine Überarbeitung. Wenn mehrere Punkte zutreffen, ist ein Relaunch meist günstiger als endloses Flicken.
Warum Rankings beim Relaunch verloren gehen
Google hat sich deine alte Website gemerkt: welche Seiten es gibt, wofür sie relevant sind und welche anderen Websites darauf verlinken. Bei einem Relaunch gehen Rankings vor allem aus drei Gründen verloren:
- Adressen ändern sich ohne Weiterleitung. Aus deinbetrieb.at/leistungen/bad wird deinbetrieb.at/badsanierung. Google findet die alte Seite nicht mehr, Besucher landen auf einer Fehlerseite.
- Gut rankende Inhalte werden gestrichen. Ein ausführlicher Text, der jahrelang Besucher gebracht hat, fällt dem neuen, „schlankeren" Design zum Opfer.
- Technische Fehler: Die neue Website wird versehentlich für Suchmaschinen gesperrt, Seitentitel fehlen oder die Ladezeit ist schlechter als vorher.
Schritt 1: Bestandsaufnahme der alten Website
Bevor irgendetwas umgebaut wird, erfasst du den Ist-Zustand:
- Alle URLs der alten Website – über die Sitemap, ein Crawling-Tool oder die Google Search Console
- Die wichtigsten Seiten: Welche bringen Besucher und Anfragen? Das zeigt die Search Console unter „Leistung".
- Suchbegriffe, für die du aktuell gefunden wirst
- Externe Links: Welche Seiten werden von anderen Websites verlinkt?
- Alle Inhalte: Texte, Bilder, Downloads, Referenzen
- Technische Zugänge: Domain, Hosting, E-Mail, Analyse-Tools
Praxis-Tipp: Exportiere die Daten aus der Search Console der letzten zwölf Monate. Nach dem Relaunch kannst du so genau vergleichen, ob sich etwas verschlechtert hat.
Schritt 2: Neue Struktur planen
Plane die neue Website mit Blick auf die alte:
- Welche Seiten bleiben, welche werden zusammengelegt, welche kommen neu dazu?
- Gut rankende Inhalte bleiben erhalten – idealerweise verbessert und aktualisiert.
- Behalte bestehende Adressen bei, wo es sinnvoll ist. Jede Adresse, die gleich bleibt, ist eine Weiterleitung weniger.
Schritt 3: Weiterleitungsplan erstellen
Für jede alte Adresse, die sich ändert oder wegfällt, legst du fest, wohin sie per 301-Weiterleitung führen soll:
- auf die inhaltlich passende neue Seite, nicht pauschal auf die Startseite
- bei weggefallenen Inhalten auf die thematisch nächstliegende Seite
- keine Weiterleitungsketten wie A zu B zu C, sondern immer direkt zum Ziel
Eine einfache Tabelle mit zwei Spalten reicht: alte Adresse, neue Adresse.
Schritt 4: Inhalte übernehmen und verbessern
Ein Relaunch ist die perfekte Gelegenheit, Inhalte zu verbessern:
- Texte aktualisieren und mit konkreten Fakten anreichern
- Fragen der Kunden in FAQ beantworten
- Seitentitel und Beschreibungen überarbeiten
- Bilder komprimieren und mit Alternativtexten versehen
- strukturierte Daten ergänzen
Mehr zu Texten liest du im Artikel Website-Texte schreiben, die Kunden überzeugen.
Schritt 5: Vor dem Start testen
Prüfe die neue Website gründlich, bevor sie live geht:
- alle Seiten auf Handy, Tablet und Desktop
- alle Formulare, Telefon-Links und Buttons
- Seitentitel und Beschreibungen
- Ladezeit
- Impressum und Datenschutzerklärung
- Weiterleitungen, soweit sie vorab testbar sind
Wichtig: Testumgebungen werden oft für Suchmaschinen gesperrt. Beim Livegang muss diese Sperre unbedingt entfernt werden – sonst verschwindet die Website aus Google.
Schritt 6: Live-Schaltung
Beim Umschalten wird die Domain auf die neue Website gerichtet. Achte darauf, nur die Einträge für die Website zu ändern. Deine E-Mail-Postfächer können beim bisherigen Anbieter bleiben, wenn die zugehörigen Einträge unverändert bleiben. Mehr dazu im Artikel Domain und E-Mail: Anbieter wechseln ohne Ausfall.
Danach:
- Weiterleitungen aktivieren und stichprobenartig testen
- neue Sitemap in der Google Search Console einreichen
- SSL-Zertifikat prüfen
- Google-Unternehmensprofil und Verzeichniseinträge auf neue Links prüfen
Schritt 7: Nach dem Start beobachten
In den ersten Wochen nach dem Relaunch:
- Search Console täglich bis wöchentlich prüfen: Gibt es neue Fehler wie „Nicht gefunden"?
- Rankings und Klicks mit den Daten vor dem Relaunch vergleichen
- Anfragen beobachten: Kommen Formulare an?
- Fehlende Weiterleitungen ergänzen, sobald Fehlerseiten auftauchen
Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Wenn nach einigen Wochen deutliche Verluste bleiben, lohnt sich eine genaue Analyse.
Die häufigsten Relaunch-Fehler
- Keine Liste der alten URLs
- Alle alten Seiten pauschal auf die Startseite weitergeleitet
- Gut rankende Texte gekürzt oder gelöscht
- Suchmaschinen-Sperre aus der Testphase nicht entfernt
- E-Mail-Einträge beim Domain-Umzug versehentlich geändert
- Formulare nach dem Start nicht getestet
- Keine Beobachtung nach dem Livegang
Relaunch-Checkliste
- Alle alten URLs erfasst
- Top-Seiten und Suchbegriffe aus der Search Console exportiert
- Neue Struktur geplant, gute Inhalte übernommen
- Weiterleitungstabelle alt zu neu erstellt
- Neue Website auf allen Geräten getestet
- Suchmaschinen-Sperre entfernt
- Domain umgestellt, E-Mail unverändert
- Weiterleitungen aktiv und getestet
- Sitemap eingereicht
- Vier Wochen lang Search Console und Anfragen beobachtet
Zeitplan: So lange dauert ein Relaunch
Ein gut geplanter Relaunch eines kleinen Betriebs lässt sich in überschaubarer Zeit umsetzen. Ein typischer Ablauf:
- Bestandsaufnahme: alte URLs, Daten und Inhalte sichern – ein bis zwei Tage
- Konzept und neue Struktur inklusive Weiterleitungsplan
- Design und Texte – mit KI-Unterstützung heute oft innerhalb weniger Tage
- Korrekturrunden
- Tests
- Livegang mit Weiterleitungen und Anmeldung bei Google
- Beobachtung über vier bis acht Wochen
Der größte Zeitfaktor sind meist nicht Design oder Technik, sondern Abstimmungen und fehlende Inhalte. Wer früh alle Unterlagen liefert, ist schneller live.
Inhalte, die du nie ersatzlos löschen solltest
Beim Aufräumen der alten Website ist die Versuchung groß, radikal zu streichen. Diese Inhalte solltest du aber übernehmen oder zumindest sauber weiterleiten:
- Seiten, die laut Search Console regelmäßig Besucher bringen
- Seiten, auf die andere Websites verlinken
- ausführliche Ratgeber- und FAQ-Texte
- Referenzen und Kundenstimmen
- Seiten, die in KI-Antworten zitiert werden
Wenn ein Thema nicht mehr zu deinem Angebot passt, leite die Seite auf das inhaltlich nächstliegende neue Thema weiter, statt sie ins Leere laufen zu lassen.
Fazit: Gut geplant ist der Relaunch eine Chance
Ein Relaunch ist mehr als ein neues Design. Richtig geplant, behältst du deine Google-Rankings, gewinnst mit besseren Inhalten und schnellerer Technik neue Sichtbarkeit und bekommst eine Website, die wieder Anfragen bringt.
Bei webkrft ist der Umzug Teil des Prozesses: Wir erfassen deine bestehenden Seiten, planen Weiterleitungen und behalten auf Wunsch deine Domain und Postfächer beim bisherigen Anbieter. Die Live-Schaltung macht dein persönlicher Webdesign-Experte gemeinsam mit dir. So funktioniert webkrft.
Häufige Fragen zum Thema
Typische Zeichen sind eine schlechte Darstellung auf dem Handy, lange Ladezeiten, ein veraltetes Design, Inhalte, die nicht mehr zum Angebot passen, Sicherheitswarnungen oder kaum Anfragen über die Website.
Nicht zwingend. Rankings gehen vor allem verloren, wenn sich Adressen ändern und keine Weiterleitungen eingerichtet werden oder wenn gut rankende Inhalte gestrichen werden. Mit sauberer Planung bleiben sie meist erhalten oder verbessern sich sogar.
Eine 301-Weiterleitung leitet eine alte Adresse dauerhaft auf eine neue um. Besucher und Suchmaschinen landen automatisch auf der richtigen Seite, und Google überträgt die Signale der alten Seite auf die neue.
Ja, und das ist meist auch sinnvoll. Die Domain wird einfach auf die neue Website umgestellt. Wenn du auch die Domain wechselst, sind Weiterleitungen von der alten auf die neue Domain besonders wichtig.
Die Postfächer können in der Regel beim bisherigen Anbieter bleiben. Wichtig ist, beim Umstellen der Domain nur die Einträge für die Website zu ändern und die E-Mail-Einträge unverändert zu lassen.
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